Interaktiver Song

Unten der Link zum interaktiv entstandener Song meines Kollegen Heino Sellhorn, kreiert beim Konzert "Zwischen die Ohren" am 27.11.15
https://soundcloud.com/holger-kirleis/grenzen-sind-1

Warum? Wie? Was?

In einer Fortbildung lernte ich das Muster für eine erfolgreiche Selbstdarstellung kennen, das auf folgenden drei elementaren Fragen basiert:
Warum? Wie? Was?
Also:
Ich mache Musik, weil das schön ist.
Ich mache schön Musik.
Ich mache schöne Musik.

Bewegt sich was?

Überlegungen zur Arbeit politischer Chöre

Hier geht es zu einem Beitrag anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des DGB-Chors Hannover im September 2016.

Ich habe einen Traum,
in dem einiges auf einmal etwas anders ist...

[Langfassung eines Textbeitrags zur Themenreihe "Ich habe einen Traum..." des "Hannoverschen Wochenblattes"]

Irgendwie waren Geld und Arbeit abgeschafft. Stattdessen gab eine allgemeine Spielpflicht:
Die Menschen gingen spielen und nicht mehr zur Arbeit, zur Schule oder zur Uni. Plätze wurden in Sandkästen verwandelt, es entstanden riesige Sandburgen, die in ihrer Monumentalität fast das Ihmezentrum übertrafen. Da die Autos auch abhanden gekommen waren, wurden die Straßen in Murmelbahnen verwandelt. Hier bewegten fleißige Hände mutierte Fußbälle von einem Meter Durchmesser schwungvoll über den Asphalt. Auf dem Rasen des Stadions spielten dagegen Pferde Fußball mit Tischtennisbällen, während das Team von Hannover 96 elegant delfinschwimmend den Maschsee durchkreuzte.
Der Hauptbahnhof war mit allem, was dazugehörte, auf die Dimension einer elektrischen Eisenbahn geschrumpft. An Trafos und Schaltpulten saßen ehemalige Mitarbeiter der Messegesellschaft. Betriebsratsmitglieder des Energieversorgers enercity fielen am Unternehmensstandort Ricklingen auf: Hartgummistäbe wurde an einem Katzenfell gerieben. Derweil schnitt der Aufsichsrat der Firma im Schimpansengehege des Zoos Grimassen.Auf Rolltreppen der U-Bahnstationen und Kaufhäuser in der Innenstadt sprinteten richtungsverkehrt Schauspieler des Theaters "fensterzurstadt" auf der Stelle, Tempo 120 Bpm (Beats per Minute). Auf dem Schützenplatz hatte sich ein SpielmannsFrauzug rekrutiert: die Schlagwerker waren Mitarbeiter hannoverscher Großküchen mit dem dort entlehnten Instrumentarium, der Bläserapparat wurde aus LabormitarbeiterInnen der MHH, die auf Reagenzgläsern bliesen, rekrutiert, Feuerwehr war auch dabei.
Dirigent war natürlich OB Stefan Schostok, einziger Zuhörer: Ingo Metzmacher, ein spitzbübisches Lächeln aufgelegt. Gespielt wurden Schönbergs "Variationen für Orchester", angesteuert von computergenerierten Daten aus Edgar Vareses "Ionisation", in besagter Instrumentation ein gelungener "Remix". Dies war jedoch nur ein musikalisches Highlight.
Im Rahmen eines Projektes hatten sich Kompositionsstudenten der Musikhochschule damit beschäftigt, Verkehrsschilder als musikalische Zeichen auszulesen. Die Schilder wurden demontiert und als begehbare Partitur auf dem Messegelände ausgebreitet. Dort brachten Passanten mit roten Plastikblockflöten, unter fachlicher Unterstützung von Musikstudenten, die Partitur zum klingen. Polizeibeamte , Mitarbeiter einer Security-Firma, die nicht genannt sein will, und eingeflogene Mitarbeiter des Bundesgrenzschutzes übernahmen im Wechsel musikalische Leitungsaufgaben.
Als Genderprojekt interpretierten Mitglieder des Knabenchores Hannover ausgewählte Mädchenchorliteratur (in Originallage), die Veranstaltungen fanden in ausgewählten Frauenhäusern der Region statt. Wer vermutet, der Mädchenchor würde sich im Gegenzug mit Männerchorliteratur beschäftigen, irrt: die Mädchen realisierten eine Konzeptimprovisation mit Laurie Anderson, die in Kooperation mit dem "Béi Chéz Heinz" ein Konzert in der im Umbau befindlichen Schwimmhalle des Fössebades gab.
Und auch das noch:
Irgendwer singt irgendwo eine Zeile von Rio Reiser, in der es darum geht, dass dieser Traum Wirklichkeit wird.

Holger Kirleis, Juni 2017